EFL-Screening nach Isernhagen
Das System der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) wurde in den USA von Frau Susan Isernhagen entwickelt. In einem EFL-Screening Test werden alltags- und berufsbezogene Tätigkeiten des Versicherten evaluiert. Der Test gibt Auskunft über die derzeitige funktionelle Leistungsfähigkeit bezogen auf indikationsbezogene Fragestellungen.
Die EFL ist ein kinesio-physischer Test, bei der die ergonomisch sichere Leistungskapazität evaluiert wird, mit Hilfe von standardisiertem, objektivem Beobachtungskriterien und progressiver Belastung. Bevorzugt werden realitätsbezogene Funktionstests. Vergleichsbasis ist in erster Linie die Belastungsanforderung für das untersuchte Individuum und nicht allgemeine Normalwerte! Denn normale Belastbarkeit ist beispielsweise für einen Bauarbeiter etwas anders als für einen Werkstattarbeiter.
Zielwert für die kinesio-physische Testung wie beim EFL ist eine sichere Maximalleistung. Das Testergebnis ist objektiv. Die Sicherheit ist das Grundprinzip des Testes. Eine Aussage über die ergonomische Belastbarkeitsgrenze ist möglich. Die funktionelle Ursache der Leistungsbegrenzung ist der wichtigste/ein wichtiger Bestandteil der Evaluation.
Eine Interpretation der Resultate in der Regel im Vergleich mit den Anforderungen an den Klienten ist möglich (Jobmatching)!
Der Test legt den Grundstein für die Erarbeitung von arbeitsplatzbezogenen Therapieformen. Er ist auf eine Höchstdauer von 60 Minuten begrenzt. Im Test werden 6 wesentliche Anforderungen des Arbeitsplatzes bestimmt und in der Folge in berufsbezogene Testsituationen umgesetzt.
Testelemente des EFL–Screening-Testes:
- Heben
- Tragen
- Arbeit über Kopfhöhe
- Sitzen
- Stehen
- Fortbewegung
Fragebogen SF-36
Der SF-36 dient der krankheitsübergreifenden Erhebung des subjektiven Gesundheitszustandes von Erwachsenen in Bezug auf körperliche, psychische und soziale Aspekte. Der SF-36 (Short Form 36) Fragebogen wurde im Rahmen des Bundes-Gesundheitssurveys 1998 angewendet. Dieses Vorgehen trägt der Entwicklung der letzten Jahrzehnte Rechnung, dass entsprechend der Gesundheitsdefinition durch die Weltgesundheitsorganisation neben den körperlichen auch die psychischen und sozialen Komponenten von Gesundheit Berücksichtigung finden.
Der SF-36 erfasst acht Dimensionen von Gesundheit:
- Körperliche (physikalische) Funktionsfähigkeit
- Rollenverhalten wegen körperlicher Funktionsbeeinträchtigung
- Schmerzen
- Allgemeiner Gesundheitszustand
- Vitalität und körperliche Energie
- Soziale Funktionsfähigkeit
- Rollenverhalten wegen seelischer Funktionsbeeinträchtigung
- Seelische (psychische) Funktionsfähigkeit
Der Test gibt dem Psychologen Hinweise darauf, ob eine psychologische Einzelberatung notwendig ist.
